Hier ein lustiges 112- Feuerwehrspiel ...   KLICK

 

 

Brandschutzerziehung von Kindesbeinen an

 

Matthias Ebel (li.) und Tim Paton (re.) mit den Kindern und Erzieherinnen der „Hasengruppe“ des Ev. Kindergartens

                                                                                                                                           

 

 

Die Brandschutzerziehung ist in Niedersachsen zwar noch im Aufbau und noch nicht im Brandschutzgesetz verankert – in der Stadt Bergen aber bereits eine Selbstverständlichkeit. Sie soll den Kindern die Scheu vor der Feuerwehr nehmen, sie befähigen einen Notruf abzusetzen und sich im Alarmfall richtig zu verhalten - wie kürzlich bei der „Hasengruppe“ des Ev. Kindergartens an der Schulstraße.

Nach einer theoretischen Einweisung im Kindergarten konnten sich die Kinder dann  im Feuerwehrgerätehaus mit den Feuerwehreinrichtungen vertraut machen und sogar selbst einmal mit der „Spritze“ loslegen.                                                           

Stadtbrandschutzerzieher Matthias Ebel wird bei dieser wichtigen Aufgabe durch Tim Paton und Ralf Siemensglüß aus Wohlde und natürlich auch durch unseren Ortsbrandmeister Peter Meinecke unterstützt. Insgesamt 85 Dienststunden wurden dafür allein im letzten Jahr „investiert“. Zielgruppen sind derzeit die Kindergärten und Schulen, aber auch eine spezielle Unterweisung für Senioren oder Migranten ist denkbar. 

                                                          Foto und Text :  Temme

 

Matthias Ebel (li.) und Tim Paton (re.) mit den Kindern und Erzieherinnen der „Hasengruppe“ des Ev. Kindergartens

 

 

 

 

 

           Warum Brandschutzerziehung??
 

    Der Struwwelpeter und seine Moral                                   

 

Der Struwwelpeter ist die Titelfigur des gleichnamigen Klassikers des Frankfurter Kinder- und Nervenarztes Dr. Heinrich Hoffmann (1809-1894). In dem Buch erzählt Hoffmann Geschichten von Kindern, die nicht brav sind, nicht auf ihre Eltern hören und denen deshalb allerlei grausames Unheil widerfährt: So wird der „bitterböse Friederich“, der Tiere quält, entsprechend bestraft („Da biss der Hund ihn in das Bein, recht tief bis in das Blut hinein“); Paulinchen verbrennt, weil sie mit Streichhölzern spielt; die Kinder, die den Mohren verspotten, werden in ein riesiges Tintenfass gestopft und noch viel schwärzer eingefärbt; der Fliegende Robert wird mit seinem Regenschirm vom Wind auf Nimmerwiedersehen fortge­tragen, weil er bei Sturm trotz Verbot aus dem Haus geht; dem Konrad werden vom Schneider die Daumen abgeschnitten, weil er heimlich daran nuckelt.

Daneben steht aber auch die Geschichte vom Hasen, der den Jäger mit dessen eigener Flinte aufs Korn nimmt.

1845 erschien das Buch zum ersten Mal im Druck unter dem Titel „Lustige Geschichten und drollige Bilder für Kinder von 3-6 Jahren“, aber in der Auflage von 1847 schließlich unter dem Titel „Struwwelpeter“. Bei der Erstveröffentlichung hatte Hoffmann noch das Pseudonym Reimerich Kinderlieb benutzt, er nannte sich später aber auch Peter Struwwel.

 

Zu Recht mag man den Buchautor als den ersten Brandschutzerzieher überhaupt bezeichnen können. Immerhin warnte er eindringlich vor dem unachtsamen Umgang mit Feuer.

 

Davon zeugt „Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug“.

Vielen ist die Geschichte bekannt: Die Eltern des jungen Paulinchens gehen aus und lassen sie mit den beiden Katzen Minz und Maunz zuhause zurück. Als Paulinchen Zündhölzer entdeckt, die ihre Eltern auf dem Tisch liegen gelassen haben, entzündet sie diese. Dabei fängt ihr Haar Feuer, und das Mädchen verbrennt vollkommen, übrig bleiben nur die Schuhe. Minz und Maunz geben sich als Moralapostel der Geschichte: „Minz und Maunz, die Katzen, erheben ihre Tatzen, sie drohen mit den Pfoten: ‚Der Vater hat’s verboten!‘ [in der Wiederholung: ‚Die Mutter hat’s verboten.’]“. Als Paulinchen trotz der Warnungen verbrannt ist, vergießen die Tiere einen Bach aus Tränen.

Die Moral kommt klar verständlich herüber: Feuer ist nichts für Kinder! Ein sehr anschauliches Beispiel, möglicherweise zu drastisch, und sicherlich nicht für zarte Kindergemüter geeignet. Viel­leicht ist diese Story auch ein kleiner Seitenhieb auf die Eltern, passieren doch viele Unfälle, wenn Kinder allein zuhause sind.

 

Ihre und Eure Brandschutzerzieher der Ortsfeuerwehr Bergen

 

Weitere Informationen:

Porträt: Der Struwwelpeter ( http://www.planet-wissen.de )

 http://www.struwwelpeter-museum.de

Repro: Matthias Blazek, Brandschutzerzieher

 

 

 

Das Manuskript der zweiten Fassung von 1858 trägt die Signatur Ms. Ff. H. Hoffmann 1. Es ist einzusehen unter: http://edocs.ub.uni-frankfurt. de/volltexte/2009/12040/. Hier ist aber die populäre Titelseite zu sehen.

Quelle: Feuerwehrjournal 8/2008